Gibt es ethische Hacker?

Ja, die gibt es. Sogenannte “White-Hat-Hacker“ werden mittels eines Vertrags offiziell von einem Unternehmen beauftragt um einen Penetrationstest (kurz: Pentest), also eine autorisierte, simulierte Cyberattacke auf ein Computersystem, ein Netzwerk oder eine Anwendung beim beauftragenden Unternehmen durchzuführen. Das Durchführen solcher Pentests wird auch als „Ethical Hacking“ bezeichnet. Ein Pentest durch White-Hat-Hacker hilft dabei, potenzielle Risiken zu erkennen, Sicherheitslücken zu schließen und Systeme widerstandsfähiger gegen Angriffe zu machen.

Der Unterschied zu „Black-Hat-Hackern“ ist, dass diese die Sicherheitssysteme ohne Erlaubnis angreifen, um Schaden anzurichten, Daten zu stehlen oder andere illegale Aktivitäten durchzuführen. White-Hat Hacker sind also spezialisierte und in den meisten Fällen externe Sicherheitsexperten. Sie verwenden ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, ohne Schaden anzurichten oder Daten zu stehlen. Der White-Hat Hacker versucht, das System aus der Perspektive eines potenziellen Angreifers zu betrachten, um herauszufinden, wie es sich gegen reale Angriffe verteidigen würde.

Wie profitiert ein Unternehmen von White-Hat-Hackern?

Unternehmen sollten sich idealerweise rechtzeitig bemühen diese Experten zu beauftragen, da die guten White-Hat-Hacker bereits lange Zeit im Voraus ausgebucht sind. Folgende Schritte sollten durchlaufen werden, um ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen:

  1. Sensibilisierung der Mitarbeiter:
    • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter und stärken Sie somit die erste Verteidigungslinie
    • Bieten Sie Schulungen zum sicheren Umgang mit digitalen Systemen und zur Erkennung von Phishing-Angriffen an
  2. Identifikation von Schwachstellen:
    • Bestimmen Sie die wichtigsten digitalen Assets Ihres Unternehmens, wie sensible Kundendaten, Finanzinformationen oder geschäftsrelevante Software
    • Identifizieren Sie potenzielle Schwachstellen und Sicherheitslücken in Systemen, Netzwerken und Anwendungen
  3. Konzentration auf Schlüsselressourcen:
    • Fokussieren Sie sich auf die Sicherheit der Schlüsselressourcen, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten
  4. Auswahl von White-Hat-Hacking-Experten:
    • Beauftragen Sie erfahrene White-Hat-Hacker oder ein spezialisiertes Unternehmen für Sicherheitsaudits und Penetrationstests
    • Zertifizierungen, an denen man gute Pentester erkennt sind bspw. der „Offensive Security Certified Professional (OSCP)“
  5. Implementierung von Sicherheitsrichtlinien:
    • Entwickeln Sie klare Sicherheitsrichtlinien und setzen Sie diese im gesamten Unternehmen durch
  6. Kontinuierliche Überwachung und Verbesserung:
    • Implementieren Sie eine kontinuierliche Überwachung der Sicherheitslage und führen Sie regelmäßige Aktualisierungen durch
  7. Kooperation mit White-Hat-Hackern:
    • Nutzen Sie die Erkenntnisse der White-Hat-Hacker als wertvolle Ressource und erarbeiten Sie gemeinsam präventive Maßnahmen
    • White-Hat Hacker sollten nach einigen Durchläufen ausgetauscht werden, um wieder einen neuen Blickwinkel zu erlangen

Fazit:

White-Hat-Hacking ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Cybersicherheitsstrategie eines Unternehmens. Durch die proaktive Identifizierung von Schwachstellen schützt es nicht nur sensible Daten, sondern sichert auch den Geschäftsbetrieb und das Vertrauen der Kunden. Investitionen in White-Hat-Hacking sind Investitionen in die Sicherheit und Zukunft eines Unternehmens. Zudem schaffen Sie eine Perspektivenerweiterung im Sinne eines proaktiven Vorgehens.

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